Mittwoch, 29. Juni 2016

Mein Mittsommer - ohne Sommer

Eigentlich finde ich es ja doof immer nur über das Wetter zu meckern... Aber so langsam wünsche ich mir schon richtiges Sommerwetter. Irgendwie stelle ich mir nämlich nähtechnisch die Frage, ob ich lieber meine Herbstgarderobe auffülle statt Sommerteile zu nähen?!

Ein Teil was zum Glück auch für das aktuelle Wetter perfekt passt, ist meine neue Bluse nach dem Schnitt Mein Mittsommer von Lotte&Ludwig (Blog: VonrosagrauenWolken).

Das Ebook hatte ich schon am Ende meiner letzten Schwangerschaft gekauft. Leider hatte ich damals gewisse Passformprobleme... Selbst Größe 44 war mir damals obenrum dank Schwangerschaftspfunden und Stillen viel zu eng... Beim Probestück hätten viiiiiiele Zentimeter gefehlt.

Inzwischen habe ich zum Glück wieder mein Wohlfühlgewicht erreicht. Größe 38 passt mir nahezu perfekt. Bei meiner nächsten Mittsommer-Bluse, die schon in Arbeit ist, werde ich die Brustabnäher ein Stück nach oben verlegen. Ansonsten bin ich aber wirklich begeistert von der Passform!!

Der Stoff ist sehr leicht, fließend und trägt sich unglaublich angenehm. Ich habe ihn auf dem letzten Stoffmarkt gekauft und kann somit keine genaue Materialangabe machen. Dem Gefühl nach ist es Viskose.

Mein Mittsommer hat ja unglaublich viele Variationsmöglichkeiten im Schnitt: Bluse, Kleid, Knopfleiste vorne oder hinten, nur oben oder komplett, Schößchen, Schwangerschaftsvariante...

Ich weiß nicht ob ich alles genannt habe. Ihr seht, ein sehr wandelbarer Schnitt! Sowas mag ich total, auch wenn ich dann oft bei der gleichen Variante hängen bleibe. Aber ich habe gerne die Option offen, auch nach langer Zeit in meinen vorhandenen Schnitten noch Neues zu entdecken. Das ist hier definitiv der Fall!

Ich habe mich für die Variante mit der durchgehenden Knopfleiste hinten entschieden. Davon bin ich großer Fan und ich habe die gesamte Stillzeit hindurch neidisch auf die tollen Shirts geblickt. Jetzt kann ich aber alle meine Ideen, die ich gesammelt habe, umsetzen!

Da ich nach wie vor großen Respet vor einer echten Knopfleiste habe, ist es leider eine Fake-Knopfleiste geworden. Meine Pfaff kann zwar perfekte Knopflöcher dank Knopflochautomatik. Aber ich habe da so meine Probleme, dass alle Knopflöcher in einer Linie sind. Falls irgendjemand einen Tipp für mich hat, wie ich das gerade hinkriege, immer her damit! ;-)

Damit die Knopfleiste trotzdem "echt" aussieht, habe ich sie nur einseitig angenäht. Ich liebe es, dass die Bluse durch die bunte Knopfmischung ein abolutes Unikat geworden ist. Meine Knopfsammlung ist glücklicherweise inzwischen echt groß und ich finde immer passende Stücke.

Damit es vorne nicht so langweilig bleibt, gibts hier eine Tasche die ich mit Lederschrägband versehen habe. Ich war positiv überrascht, wie gut ich das Leder mit meinem ganz normalen Nähfuß nähen konnte. Da der Stoff sehr dünn ist und am Ansatz der Tasche schon ordentlich Zug drauf war, habe ich ein Stück Gewebeeinlage aufgebügelt. Jetzt hält alles gut, je nach Lichteinfall kann man es durch den dünnen Stoff allerdings ein bisschen sehen. Aber das fällt vermutlich sogar nur mir auf, weil ich es weiß.

Bisher habe ich noch nicht oft mit Belegen gearbeitet. Das Ergebnis hat mich aber absolut überzeugt! Es ist definitiv eine saubere Art der Ausschnittverarbeitung und wird in Zukunft öfter verwendet.

Die tollen Fotos sind übrigens am Bodensee bei unserem Kurzurlaub vor einigen Wochen entstanden. Ich finde sie sind super schön geworden! Mein Mann und ich hatten unseren Spaß beim Shooting, vermutlich auch die Gäste der anliegenden Restaurantterrasse. Als ich mich (zum Glück noch ganz nah am Ufer) lässig anlehnen und meinen Fuß auf dem Geländer abstellen wollte, ist mir doch tatsächlich mein Birkenstock ins Wasser gefallen... Was haben wir gelacht! Ich glaube das sieht man auch auf den Fotos...



Machts euch gemütlich,

eure Julia


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Material: Viskose vom Stoffmarkt, Leder-Schrägband von Mut-mit-Stil, Knöpfe aus meinem Fundus
Verlinkt bei: RUMS

Dienstag, 28. Juni 2016

Jeans-Sew-Along Teil 1


Marina von Metterlink hat schon vor einer Weile ihren Jeans-Sew-Along gestartet. Ich verfolge ihren Blog sehr gerne. Sie näht tolle Sachen und hat auch schon einige Jeans gezeigt.


Ich muss ehrlich verraten, dass ich nie dachte jemals eine Jeans zu nähen.... Ich trage sehr gerne Jeans! Auch wenn ich viele andere Dinge in meinem Schrank habe, greife ich im Zweifel schnell zu Jeans. Wenn ich morgens nicht viel Zeit habe (wie meist... ;-) ) oder das passende Kombiteil für ein bestimmtes Outfit in der Wäsche ist, dann wähle ich Jeans. Geht immer! Einfach ein beliebiges Oberteil aus dem Schrank dazu und ich fühle mich ziemlich sicher wohl.
Allerdings habe ich meist eine absolute Lieblingsjeans. Die trage ich somit auch sehr häufig. Ehrlich gesagt schaffe ich es meist nur 2 passende Jeans im Schrank zu haben. Mehr waren es schon länger nicht mehr. Ich kaufe nicht gerne neue, die Passform schreckt mich ab. Mein Problem ist dabei nicht, dass ich keine finde die mir passt. Das geht meist recht schnell. Aber zu Hause kommt dann das böse Erwachen wenn ich die Jeans einen halben Tag getragen habe. Ich finde irgendwie immer solche, die mit der Zeit sehr nachgeben und dann eben auch nicht mehr perfekt sitzen. Das frustriert mich unglaublich!
Deswegen habe ich im Traum nicht daran gedacht jemals eine Jeans zu nähen... Muss ja noch komplizierter sein, dass sie perfekt sitzt. Und dann soll sie ja auch aussehen wie eine gekaufte Hose. Wer beispielsweise hier über mein Kleid gelesen hat, weiß dass ich es als Kompliment ansehe, wenn meine Nähwerke aussehen wie gekauft. Also habe ich einen durchaus hohen Anspruch an eine perfekte Jeans.


Kommt die Frage nach dem richtigen Schnitt, hier stellt Marina einige vor. Kaufhosen trage ich eigentlich meist schmal geschnitten, gerne skinny. Der Skinny-High-Waist-Schnitt von Carina alias Sewera/Dschniiderin ist leider noch im Probenähen, so dass ich auf einen anderen Schnitt ausweichen musste. Die Birkin Flares von Baste + Gather (bei Näh-Connection in deutscher Übersetzung erhältlich) habe ich kurz überflogen und gleich gestrichen, weil ja eindeutig nicht skinny... Außerdem habe ich in meiner Jugend Schlaghosen getragen, dann wurde das uncool... Dass jetzt überall wieder Schlaghosen zu sehen sind, ist mir natürlich auch nicht entgangen... 
Ihr ahnt es vielleicht schon... Ich habe nicht lange gebraucht um festzustellen, dass die Birkin Flares genau mein Schnitt ist! ;-) Also warum nicht back to the roots und wieder voll im Trend liegen mit Schlag?! Vor allem weil die Birkin Flares Schlag mit einer hohen Taille kombiniert. Das war in meiner Jugend definitiv anders... Da endete die Hose so knapp über dem Hintern, dass leicht mal zu viel rausgeschaut hat. Mittlerweile liebe ich Hosen die in der Taille enden.... :-)
Der Schnitt ist gekauft und liegt hier bereit. 
Inspiriert haben mich diese lieben Damen hier mit ihren tollen Schlagjeans:
  • Evi von Frölein Tilia hat einen tollen Jeansstoff gewählt, das gesamte Outfit spricht mich an!
  • Dominiques Jeans die sie mit einer Lederjacke kombiniert auf KreaMino zeigt finde ich so gelungen!
  • Vivien zeigt auf Eleonore Creativ eine Version mit einem Stoff den ich auch sofort nehmen würde...
  • Kathrin von Naadisnaa zeigt ihre Jeans mit sehr lässigen Fotos und schreibt so sympathisch dazu!
Tolle Designbeispiele habe ich also schon einige. Marina gibt beim Teil 2 des Sew-Alongs ja auch sehr hilfreiche Tipps zur Stoffwahl und hat sogar einige Rabatte. Ich habe mich durchsämtliche Online-Shops gewühlt um einen passenden Stoff zu finden.


Fündig geworden bin ich dann hier bei Stoffe.de. "Jeans Klaus" hat 2% Elasthan, ich hoffe damit das Problem der Weite bei längerem Tragen zu umgehen. Das Gewicht liegt eher im unteren Bereich der Empfehlung im Schnitt. Aber der Preis hat mich überzeugt es einfach auszuprobieren und es steht ja eigentlich auch der Sommer vor der Tür. Ich warte jetzt also sehnsüchtig auf mein Paket, damit ich mit dem Zuschnitt anfangen kann! Dafür will ich mir extra Zeit lassen, damit es keine Probleme mit dem Fadenlauf gibt. Sonst bin ich beim Zuschneiden nämlich ehrlich gesagt oft nicht ganz so genau.... und meine Jeans soll ja kein verdrehtes Bein haben! Nebenbei bemerkt hat meine aktuelle Lieblingsjeans tatsächlich so einen Fehler im Fadenlauf... Das rechte Bein dreht sich in der unteren Hälfte des Unterschenkels ständig nach innen. Ich habe mich schon die ganze Zeit gefragt warum. Dank des Jeans-Sew-Alongs weiß ich jetzt, dass auch Profis nicht immer sauber arbeiten! Also kann meine selbstgenähte Jeans ja nur besser werden... ;-P


Ich bin sehr gespannt was der Sew-Along mit sich bringt, vor allem der Teil mit den Veränderungsmöglichkeiten macht mich neugierig! Ich weiß noch nicht ob mein Leben 1.0 es zulässt, dass ich im Zeitplan dabei bin. Aber ich geb mein Bestes und verfolge mein Ziel eine neue Lieblingsjeans von mir selbst genäht zu erhalten...

Liebe Grüße

eure Julia

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Verlinkt bei: Metterlinks Jeans-Sew-Along, CreaDienstag

Donnerstag, 23. Juni 2016

Anni 1.0 - Ich will ans Meer!

Anfang Juni haben wir einige Tage Urlaub auf einem Bauernhof am Bodensee gemacht. Es war traumhaft schön!! Auch wenn das Wetter nicht immer perfekt war, so war ich doch vom Bodensee und der Landschaft echt angetan... 

Ich mag es, wenn die Wellen ans Ufer schwappen und man bis zum Horizont Wasser sieht. Da kann der Bodensee auch schon fast mit dem Meer mithalten.... Wäre ich in meinem zu Hause nicht schon so zufrieden und verwurzelt, würde ich mich am Bodensee sicher wohl fühlen! 

Am Meer zu wohnen wäre natürlich noch toller, aber die Nähe zu meiner Familie brauche ich auch! Und am Bodensee waren wir viel schneller als erwartet... Seit wir zurück sind und das Wetter für Juni immernoch verrückt spielt, sehne ich mich noch mehr nach Wasser, nach Meer!


Perfekt für den Sommerurlaub wäre meine Anni 1.0. Sie ist mein erstes Ergebnis vom Probenähen für die liebe Do von Prachtkinder. Letzte Woche habe ich euch ja bereits Anni 2.0 gezeigt.

Anni 1.0 ist ebenfalls aus Sweat, kombiniert mit Jersey am Ausschnitt. Aktuell mag ich die Kombination mit Leder sehr. Darum habe ich am Ausschnitt eine Lederpaspel verwendet. Das Zusammenspiel von rot, blau und braun mag ich sehr! Dass die Paspel nicht elastisch ist, stört Anni überhaupt nicht. Der Tragekomfort ist derselbe!

Wobei ich euch verraten kann, dass diese Anni an manchen Stellen noch ein bisschen zwickt und zwackt. Für die Fotos habe ich schon meinen Bauch eingezogen und eine perfekte Position gesucht, dass ich mich auch wohl fühle und euch die Bilder zeigen kann. ;-)
Aber keine Sorge, dafür gibt es ja das Probenähen! Dorit war total offen für meine Rückmeldungen und hat sie sofort umgesetzt. So sind alle anfänglichen Passformprobleme behoben und ich kann das Ebook Sommerimmerkleid Anni uneingeschränkt empfehlen! 


Ich schicke auch ein wirklich großes Lob an Dorit. Ich finde sie ist eine klasse Frau, der Austausch mit ihr war immer sehr herzlich und warmherzig! Ich freue mich rießig, dass ich sie, wenn es zeitlich gut passt, weiterhin unterstützen darf... Sie hat ja noch einen weiteren Schnitt in der Warteschleife! Ihr dürft gespannt sein.
Für ein Detail am Ausschnitt hatte ich eine besondere Idee. Bei Instagram habe ich euch ja schonmal spicken lassen. Seitdem ich Snappap für mich entdeckt habe, bin ich auch großer Ösenfan geworden. Warum also nicht auch Ösen für Anni?? Habe ich natürlich gleich ausprobiert. 

Was anfänglich nur so eine Idee war, ist erst durch Ausprobieren perfekt für mich geworden. Ich wollte die Ösen gerne mit was verbinden und hatte nichts passendes zur Hand. Der erste Plan, eine dicke Baumwollkordel durchzuziehen, war nicht so erfolgreich, weil die Kordel zu dick für die Ösen war. Da ich meine Nähutensilien sorgsam behüte und nichts so schnell wegschmeiße, hatte ich auch noch ein Reststück von der dicken Kordel - eigentlich zu kurz für alles. Das lag schon so aufgedröselt da und brachte mich auf die Idee, einfach ein neues Band zu flechten. Also habe ich einen einfachen Kordelzopf geflochten, eingefädelt und innen jedes Ende einzeln verknotet. Die Ösen sind übrigens nur duch den oberen Kragen geschlagen. Sonst sieht man natürlich je nach Form den BH durch, bzw. ich hatte auch Sorge, dass es auf der Haut reibt. So hält aber alles prima!

Im Nacken musste auch was her, schließlich ist meine Anni sonst von hinten ganz schlicht... Also habe ich ein bisschen meinen Plotter bemüht und zum ersten Mal Snappap geplottet. Ich werde da vielleicht in einem seperaten Post mal genauer darauf eingehen. Ich kam nämlich nicht mit den empfohlenen Standardeinstellungen zurecht. Aber das ist noch im Entstehen und braucht noch ein bisschen Zeit...


Der Anker ist mal wieder aus der Bibliothek der Silhouette-Software. Ich habe ihn anschließend einfach ein bisschen unregelmäßig angenäht, das passte für mich gut zum "Seemannslook". ;-) Und natürlich musste auch hier eine Öse sein, ist ja klar, oder?!


Last but not least am Saum ein Stück Snappap mit Öse, wie schon häufig gesehen...
Diese Anni mag ich sogar noch ein kleines bisschen lieber als meine Retro-Anni! ;-)


Ich schulde euch noch die Gewinnerin des Ebooks: Gewonnen hat Lisa von Frau Woelkchen (Kommentar Nummer 6). Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß damit!
Wer den Schnitt möchte und kein Glück bei einer der Verlosungen bei uns Probenäherinnen hatte, kann ihn hier im Shop von Prachtkinder kaufen.
Ich stöber mal ein bisschen bei RUMS, vielleicht finde ich ja schon neue Annis? 

Liebste Grüße

eure Julia

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Schnitt: Sommerimmerkleid Anni von Prachtkinder über Dawanda erhältlich
Material: weinroter Sweat und Snappap über Snaply, blauer Jersey mit maritimen Motiven vom Stoffmarkt, Ösen, Baumwollkordel aus meinem Fundus
Verlinkt bei: RUMS

Dienstag, 21. Juni 2016

Tutorial: Aus Alt mach Neu - Löcher verstecken

Schon seit Jahren leiden vor allem meine Oberteile unter einem mysteriösen Lochfraß, meist auf Höhe des Hosenbundes in der Mitte. Ich habe zahlreiche Versuche unternommen dem entgegenzuwirken. Meine erste Vermutung, die Ursache ist ein Gürtel, war leider falsch. Ich trage nur noch Gürtel mit einer flachen Schnalle, ohne Dorn der außen spürbar ist.
Die Löcher kommen trotzdem...
Idee 2: Reibung durch beispielsweise das Tragen eines Kleinkindes auf der Hüfte. Da baumelt ein Fuß immer vor besagtem Lochbereich. Auch mit Trage/ -tuch wäre eine lokal höhere Stoffbelastung denkbar.
Aber auch nach der Tragezeit meines großen Sohnes kamen die Löcher...

Möglichkeit 3: Reibung im Alltag. Ich bin mit der belasteten Stelle genau auf der Höhe meiner Küchenarbeitsplatte. Vielleicht klemmt sich hier was ein und reißt??
Aber mal ehrlich, ich stehe ja auch nicht nur in der Küche und da ist ja auch nichts scharfkantiges...
Meine letzte Idee und bei mir wohl oft die Ursache war der Reißverschluss der Hose. Bei Bewegung klemmt sich der Stoff des Oberteils leicht ein. Nachdem ich eine Zeit lang nur Hosen ohne Reißverschluss getragen habe, hatte ich deutlich weniger dieser mysteriösen Löchern. Ihr seht ich habe über die Jahre alle möglichen Änderungsversuche unternommen. So richtig erfolgereich war allerdings leider nichts. Die klassische Jeans hat nunmal einen Reißverschluss, den kann und will ich nicht völlig aus meinem Schrank verbannen... Außerdem gibt es manchmal auch Löcher an anderen Stellen.


Ich ziehe auch in Erwägung, dass die Modeindustrie nicht gerade vehement forscht, woher solche Löcher kommen oder wie man Abhilfe schaffen kann. Wäre ich ganz dreist, könnte ich auch mangelhafte Stoffqualität unterstellen... Klar fallen dünne Stoffe oftmals schöner als festere. Aber sie sind eben auch um ein vielfaches gefährdeter beim Einklemmen (egal wo: Hosenreißverschluss, Handtasche, Jackenreißverschluss, Waschmaschinentür... gabs alles schon! ;-) ) kaputt zu gehen. Für die breite Masse der Käufer bedeutet ein kaputtes Teil halt auch, wieder Kunde zu werden und neue Kleidung zu shoppen. Also unter dem Aspekt könnte man das auch sehen.... Als Boss in der Modebranche.......
Als nähende Frau sehe ich das eindeutig anders! Über die Jahre habe ich viele Blogs gerne verfolgt, die sich mit Themen wie "Ein Jahr ohne Shoppen" oder "Capsule Wardrobe" beschäftigen.
Hier einige wenige Links von Bloggerinnen, bei denen ich gerne zu diesem Thema lese:
  • Ricarda hat auf ihrem Blog Pech&Schwefel einige Posts zu ihrem Jahr ohne Shoppen. Klickt euch mal durch, ich mag ihren Schreibstil! 
  • Marina von Metterlink zeigt viele Gründe auf, warum selber nähen manchmal sogar besser ist, auch sie war 2015 nicht shoppen.
  • Bei Elke von EllePuls gibts einiges zum Thema Capsule Wardrobe - Was brauche ich wirklich? Lässt es sich kombinieren? Was passt zu meinem Typ?
  • Lena zeigt auf ihrem Blog Fantantisch auch wie es sich mit weniger aber dafür ausgewählteren Stücken gut zurechtkommen lässt!
Bei all diesen Ideen und Selbstversuchen spielt der Konsumgedanke ja eine große Rolle. Ich bekenne mich aber auch dazu, dass ich selbst wohl ein Jahr ohne shoppen nicht durchhalten könnte. Ich rechtfertige es vor mir bisher mit Argumenten wie: "Schwangerschaft und Stillzeit bringen Gewichtsschwankungen mit sich, da geht das ja garnicht!" Alleine meine Wortwahl zeigt, dass ich selbst bemerke, wie doof sich das anhört. Dennoch ist es so! Und dazu möchte ich auch stehen. Mein Umgang mit gekaufter Kleidung ist jedoch seit ich nähe ein anderer geworden. Ich sehe mir kritischer die Qualität der Nähte an und kaufe auch bewusster. Im Übrigen versuche ich auch in meine genähten Stücke mehr Struktur zu bringen. Tolle Stoffe gibt es viele! Aber braucht man die alle?? Ich stelle mir auch immer wieder die Frage, ob das geplante Teil auch in meinen Kleiderschrank passt und sich gut mit Vorhandenem kombinieren lässt.
Aber jetzt zu meinem eigentlichen Tutorial. Ich habe also jede Menge Klamotten, die - auf welche Art und Weise auch immer - Löcher haben. So sind sie nicht mehr tragbar, aber für den Müll eindeutig zu schade. Seit ich nähe, überlege ich welche Möglichkeiten es gibt, diese Kleidung wieder tragbar zu machen. Es gab in den letzten Jahren häufig Mode zu sehen, die extra einen used Look besitzt. Warum sich also nicht das zunutze machen...
Ich habe eines meiner früheren Lieblingsshirt wieder belebt und recycelt, indem ich es mit farblich passendem Garn geflickt habe. Was ich dabei beachtet habe, zeige ich euch heute.

Man nehme ein Shirt mit einem Loch / mehreren Löchern und sucht sich farblich passendes Garn. Passend muss hier nicht immer heißen Ton in Ton. Für einen Used Look, darf es ruhig auch ein bisschen auffälliger sein. Ein Vorher-Bild kann ich euch von meinem Shirt leider nicht mehr zeigen. Die Idee für das Tutorial entstand erst, als am Ärmel ein neues Loch aufgetaucht war. Die ersten Löcher habe ich schon länger versteckt...


Da der Stoff an der Stelle ja beschädigt ist, und somit anfälliger für neue Löcher, habe ich ihn verstärkt. Ich verwende dafür Reste von dünnen Bügeleinlagen aus meinem Bestand, beispielsweise Gewebeeinlage wie Vlieseline G700 oder H200.

Das ist die linke Stoffseite, auch wenn sie kräftigere Streifen hat... ;-)
Wer an seiner Maschine einen automatischen Stopfstich hat, kann natürlich diesen benutzen. Alternativ lässt sich ja mit jeder Maschine vorwärts und rückwärts nähen. Eine gewisse Unregelmäßigkeit ist ja oft sowieso erwünscht. Meine Pfaff Expression 3.2 hat einen tollen Stopfstich, den ich gerne verwende!

Wie bei den meisten Zierstichen empfohlen, sollte man die Fadenspannung etwas lockern. Bei meinem Shirt sieht man an der Stelle wo ich am meisten geflickt habe, dass sich das Shirt leicht zusammenzieht. Das waren meine ersten Versuche mit normaler Fadenspannung...

Daher empfehle ich, am Anfang noch etwas mit der Fadenspannung zu spielen. Meine Einstellung mit der ich meist nähe ist 5, beim Flicken stelle ich sie knapp unter 4. Das ist jedoch das, was bei mir am besten aussieht. Du solltest an deiner Maschine und mit deinem Teil ausprobieren wie es für dich passend ist.

Los gehts! Jetzt kann munter drauf losgenäht werden... Kreuz und quer oder eher nur in einer Richtung, wie es dir gefällt!

So sieht mein Loch am Ärmel dann danach aus:

Ich habe für einen "gleichmäßigen Used Look" auch an einigen intakten Stellen eine "Ziernaht" geflickt.


Mein neues altes Kaufshirt trage ich so wieder total gerne und der Zeit- und Materialaufwand hält sich echt in Grenzen! Aber mein Lager an kaputter Kleidung ist rießig und füllt mehrere Kisten vom Möbelschweden... Ich werde euch auf dem Laufenden halten, welche Ideen ich noch so ausprobiere.

Falls jemand eine Idee zum Ausbessern von defekter Kleidung hat, hinterlasst mir gerne einen Kommentar! Ich freue mich natürlich auch falls jemand mein Tutorial ausprobiert und in den Kommentaren einen Link postet, gerne auch zu Instagram o.ä. falls ihr nicht selber bloggt.
Bis heute (Dienstag 21.6.) könnt ihr übrigens noch an der Verlosung des eBooks Sommerimmerkleid Anni teilnehmen, schaut mal den Post von letztem Donnerstag an!


Ich geh dann mal weiter Ausbessern...

Eure Julia

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Kaufshirt: von Maison Scotch, schon einige Jahre alt

Donnerstag, 16. Juni 2016

Sommerimmerkleid Anni 2.0 + Verlosung


Mein Posttitel hätte auch lauten können: Wie ich zu meinem ersten Probenähen kam. Heute zeige ich euch nämlich mein zweites Kleid, welches beim Probenähen vom Sommerimmerkleid Anni entstanden ist. Ja und da war ich dabei, einfach so.


Vor ein paar Wochen kam abends eine Mail, ich war glaube ich schon fast auf dem Weg ins Bett. Da lese ich "Probenähen" und "Willst du dabei sein?" Mein erster Impuls war, dass das eine Verwechslung sein muss.

Ich bin ja, wie einige vielleicht wissen, kein Facebook-Fan. Leider ist es so, dass die meisten Probenähen über Facebook ausgeschrieben werden. Wenn das mal nicht der Fall ist, muss man zumindest für die Probenähgruppe ein Profil haben. Damit kann ich mich nicht anfreunden... Ich kann mich nicht mit Facebook identifizieren und finde es daher schon manchmal schade, dass so vieles nur darüber abgewickelt wird. Und eines gleich vorneweg, es gab eine Probenähgruppe auf Wunsch des Teams. Ich habe mich extra dafür bei Facebook angemeldet. Doch mein Account liegt auf Eis, ich habe nicht einmal was zu der Gruppe beigetragen, obwohl ein netter Austausch stattgefunden hat! Aber ich schweife ab....


Ich habe der lieben Do von Prachtkinder gleich geantwortet. Ich kann euch sagen, es war keine Verwechslung und wir hatten einen super lieben E-Mail-Kontakt!! Ich hatte auf Instagram schon Herzchen für Fotos von ihrem Kleid verteilt, ohne zu wissen, dass es bald ins Probenähen geht. Und das ich gerade von Dorit für dieses Probenähen angeschrieben wurde, passte dann natürlich perfekt!!


Ich hatte für diesen vielseitigen Schnitt sofort einige Ideen. Heute zeige ich euch Nummer 2. 


Das Ebook bietet ganz verschiedene Möglichkeiten. So sind drei Ärmelvarianten (lang mit Bündchen, 3/4, kurzer Puffärmel) und drei verschiedene Rockvarianten sowie eine Shirtversion enthalten. Das Besondere an Anni ist der Ausschnitt, der mit einem Überschlagskragen daher kommt. Hier hat man so richtig viele Möglichkeiten zum Gestalten. Der Stoffverbrauch für den Kragen ist nicht hoch, so eignet er sich perfekt um Stoffschätze aufzubrauchen. Man kann mit Paspel, Fake-Paspel oder ohne arbeiten. Als Tüpfelchen auf dem i gibt es unzählige Möglichkeiten mit Eyecatchern zu arbeiten. Dorit zeigt immer wieder wunderbare Beispiele mit Knöpfen. 

Ich habe für meine Anni einen meiner Lieblingsstoffe verwendet. Von dem Little Bloomy Dream von Lillestoff hatte ich nur noch einen kleinen Rest, für den mir immer die Verwendung gefehlt hat. Er hat offensichtlich auf meine Anni gewartet... ;-) Ich wollte Anni gerne aus Sweat nähen und habe mir dann im Stoffladen um die Ecke passenden petrolfarbenen Sweat besorgt. Dazu einen senffarbenen Jersey für die Fake-Paspel.


Ich bin ja ein absoluter Paspelfan! Eigentlich habe ich auch keine Probleme mit dem annähen. Fake-Paspeln und ich werden allerdings keine Freunde... Ich hatte meine liebe Mühe und habe die Naht nicht nur einmal wieder aufgetrennt... Jetzt kann ich es so lassen, aber in Zukunft werde ich lieber wieder auf fertige Paspel zurückgreifen. Das ist für Anni aber zum Glück überhaupt kein Problem, nächste Woche zeige ich euch eine Version mit normaler Paspel. ;-)


Als Hingucker habe ich meine erste Stoffblume von Hand genäht. Super einfach und schnell, es gibt dazu unzählige Videos und Anleitungen zu finden. Das mag ich definitiv sehr...


Ich habe eine ganze Menge Webband in meinem Fundus. Daher gabs es aus dem Webband der Bloomy Dreams Serie am Saum noch einen weiteren Akzent. 


So liebe ich meine Anni 2.0 absolut. Der Schnitt betont die Silhouette und passt für mich perfekt zum Sommer. Nächste Woche werde ich euch meine Anni 1.0 zeigen. Wer mir auf Insta folgt, konnte schon ein bisschen was sehen.

Habt ihr auch Lust auf Anni bekommen? Die liebe Dorit stellt freundlicherweise ein Ebook zur Verfügung, das ich hier verlosen darf. Ihr müsst dazu einfach nur einen Kommentar hier hinterlassen. Das Gewinnspiel endet nächste Woche am Dienstag den 21.6.16. 

Teilnahmebedingungen:
  • Mitmachen kann jeder über 18 Jahre, der mir einen Kommentar unter diesem Post hinterlässt
  • Das Gewinnspiel endet am Dienstag den 21.6.16 um 20:00 Uhr
  • Bitte vergesst nicht mir eine E-Mail-Adresse anzugeben, falls ihr anonym kommentiert
  • Ihr erklärt euch mit der Teilnahme bereit, dass der Name der Gewinnerin hier im Blog und auf Instagram veröffentlicht wird
  • Das E-Book wird direkt über Prachtkinder versand, ich leite die Adresse der Gewinnerin weiter
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
  • Die Bekanntgabe der Gewinnerin erfolgt am Donnerstag 23.6.16 hier im Blog
 

Mit meiner Anni 2.0 RUMse ich heute auch wieder.
Ich bin dann mal schauen, was es bei euch so zu sehen gibt...

Eure Julia
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Schnitt: Sommerimmerkleid Anni von Prachtkinder
Material: Little Bloomy Dream Bio-Jersey von Lillestoff, ehemals über einen anderen Shop, jetzt bei Dawanda hier noch erhältlich
petrolfarbener Bio-Sweat und senfgelber Bio-Jersey über lokalen Stoffladen auch von Lillestoff
Knopf und Webband aus meinem Fundus