Donnerstag, 28. Juli 2016

Strandtasche 2.0 - Der Urlaub kann kommen!

Endlich habe ich auch eine Strandtasche, die mir gehört! ;-) 
Der Schnitt ist aus dem Buch Taschenlieblinge selber nähen von Pattydoo und ich zeige euch heute schon die zweite Tasche mit diesem Schnitt. Nummer 1 könnt ihr hier sehen, die war ein Geschenk für meine Schwägerin. Schon seitdem habe ich auf meiner Nähliste eine Strandtasche für mich stehen. Bis zu unserem Urlaub dauert es zwar noch ein bisschen, aber die Tasche war genau jetzt ein perfekter Ausgleich zum Jeans nähen. Das sie dann noch zum Monatsmotto "Sommertasche" bei Katharinas (greenfietsen) Taschen-Sew-Along 2016 passt, ist perfekt!

An dieser Stelle nochmal DANKE für all eure lieben Kommentare zu meinem letzten Post! Ich denke so ein Motivations-für-wen-mache-ich-das-alles-eigentlich-Tief kennen viele von euch. Das und eure lieben Worte in den Kommentaren zu lesen, hat mich wieder motiviert. Nach einem etwas ausgiebigeren Aufräumen des Nähzimmers (wer mit auf Instagram folgt, weiß das dass auch bitter nötig war...), stand mein Plan für dieses Projekt. Genau richtig als Ausgleich, da die Tasche wirklich gut an einem Abend zu nähen ist.
Ich habe auch diesmal fast nur vorhandenes Material verwendet. Das befriedigt mich irgendwie immer, wenn ich mit dem was ich finde kreativ werde und dann etwas Tolles dabei raus kommt!
Allerdings habe ich auch diesmal einige Dinge weggelassen. Ich habe lediglich den Taschenboden mit einem Rest von irgendeiner stabileren Bügeleinlage versehen. Die Tasche hat so zwar keinen Stand, das war für mich aber auch nicht nötig.
Auch wenn ich meinen Plotter sehr mag, wollte ich mal wieder was applizieren. Deswegen gabs zwei Applikationen, die ich selbst gezeichnet habe. In den Tiefen meines Nähzimmers ist nämlich leider genau der Schnittmusterbogen der die Applikationen enthält, verschwunden.... In Anlehnung an meine Jeans, habe ich für das Boot den Dreifach-Geradstich verwendet. Es hat mit meinem Pfaff-Nähfuß übrigens super geklappt, den beschichteten Stoff zu verarbeiten. Ich kann mich wirklich auf meine Maschine verlassen... So ein unermüdlicher und zuverlässiger Einsatz verdient doch eigentlich fast einen Namen, oder? (Vorschläge sind gerne gesehen! ;-) )
Als Verschluss dienen zwei Karabiner die ich von einer alten Tasche recycelt habe.
Innen ist die Tasche aus laminierter Baumwolle, ebenso wie die kleine aufgesetzte Tasche. So sind die nassen Badesachen, aber auch Handy oder Schlüssel gut verstaut.
Einziges Problem - die Taschenträger! Mit Ösen stehe ich zur Zeit irgendwie auf Kriegsfuß... Sie sitzen alle schief und das Snap-Pap welches ich zur Verstärkung unterlegt habe, ist ständig verrutscht. Jetzt ist es eben ein gewollter unordentlicher Look! ;-)
Als Griffe schwebte mir ein dickeres Tau vor, ganz meer-angehaucht eben... Das gab es leider im lokalen meerfernen Baumarkt nicht! Nach längerem Überlegen und einem weiteren Baumarktbesuch gabs eine Alternative. Ich habe dünnes Seil gekauft und einfach geflochten.
Die Optik finde ich überraschenderweise sogar richtig schön! Ein bisschen komfortabler wäre es gewesen, wenn ich nicht so sparsam eingekauft hätte. 

Das Seil hat dann am Ende nicht mehr für einen ordentlichen Knoten gereicht. Also habe ich je Seite einen schönen Knoten und einen "gewurschtelten Knoten" - mal sehen wie stabil sich das dann im Urlaubsalltag erweisen!
Nun folgt der allwöchentliche RUMS-Wahnsinn.... Ich freue mich :-) und wünsche euch eine tolle Sommerwoche - ich träume dann mal vom MEER!


Und vielleicht könnt ihr mir ja helfen meine treue Maschine endlich mal zu taufen....


Eure Julia


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Schnitt: Strandtasche aus Taschenlieblinge selber Nähen von Pattydoo
Stoffe: brauner Canvas, laminierte Baumwolle mit Punkten, Bügeleinlage und Webbandreste aus meinem Fundus; Seil und 14mm Ösen aus dem lokalen Baumarkt

Donnerstag, 21. Juli 2016

Die perfekte Jeans? - Birkin Flares 1.0

Mein heutiger Post wird etwas anders als meine bisherigen Texte. Meinen halbfertigen Text zu meiner Birkin Flares habe ich gelöscht und schreibe jetzt, was mir auf der Seele brennt...
Ich bin perfektionistisch. Schon mein ganzes Leben lang. Das zieht sich durch meine Kindheit, Schulzeit, berufliche Bildung und mein Leben als Ehefrau und Mutter. Meine persönlichen Maßstäbe sind hoch und ich bin eigentlich meist erst zufrieden wenn ich mir ein perfektes Ergebnis abliefere. So ist das auch mit dem Bloggen. Angefangen als Hobby, zum Spaß und um meine Nähfreude mit anderen Nähfreaks zu teilen. 

Schnell war für mich aber ein persönlicher Druck spürbar, danach jeden Donnerstag bei DER Linkparty, welche die meisten Leser auf meinen Blog lockt, was Neues präsentieren zu können. Die Vorfreude auf einen neuen Post versorgt mich regelmäßig mit einem Adrenalinstoß, der mich dann auch nach Mitternacht noch wach hält... 
Für andere Leute Inspiration zu sein, neue Leser zu gewinnen und ein positives Feedback zu erhalten, dürfte für die meisten Bloggerkolleginnen nicht fremd sein. Gerade auch das Thema Fotos, kollidiert sehr mit meinem perfektionistischen Anspruch! Ich liebe Blogs mit tollen Fotos. Bei genauerem Hinsehen, steht da oft ein professioneller Fotograf an der Seite der Bloggerin oder aber zumindest ein begeisterter Hobbyfotograf. Meinem Mann und mir macht das Fotografieren gelegentlich auch Spaß. Die Fotoshootings außerhalb des heimischen Gartens zeigen, dass wir auch schon in der kurzen Zeit einiges dazugelernt haben was das geeignete Licht, die Location, den Bildausschnitt oder auch die Körperhaltung betrifft. Das erzeugt in mir ein Stück weit den Anspruch, dieses Level zu halten. Ganz nach meinem sonstigen Lebensmotto.
Auch in meinem privaten Umfeld werde ich oft darauf angesprochen, wenn ich selbst genäht Kleidung trage. Die Frage wie ich sowas auf die Reihe kriege mit zwei Kindern bleibt nicht aus. Die bewundernden Worte freuen mich, bestätigen mein Gefühl es "gut genug" gemacht zu haben. Aber es gibt auch die andere Seite!
Ich habe manchmal auch keine Lust abends zu Nähen, weil ich einfach zu k.o. bin. Um Mittwoch abends meinen Rums-Beitrag zu verfassen und sagen wir mal unter den ersten 50 Links dabei zu sein, bleibt auch mal was im Haushalt liegen oder die gemeinsame Zeit mit meinem Mann fällt weg. Meine Erfolgsrate ist nicht entsprechend meiner Nährate! Ich habe haufenweise Genähtes, das ich nie trage. Die besonderen Teile liebe ich und trage sie sehr oft! Und den Rest? Versuche ich zu optimieren, bin ja schließlich Perfektionistin und noch dazu eine Optimistin durch und durch!

Was halt das alles jetzt mit meiner Jeans zu tun? Wer Teil 1 zum Sew Along von Marina alias Metterlink gelesen hat, weiß um meine Ansprüche an eine perfekte Jeans. Jetzt werdet ihr euch wohl fragen wie sie so ist meine Birkin Flares. Mein Wunsch nach einer perfekten Jeans hat mich absolut an meine Grenzen geführt. Der Zeitaufwand beim Nähen einer Jeans ist enorm. Es ist zwar absolut kein Problem, immer wieder ein Stück weiterzumachen und dann zu pausieren. Aber insgesamt habe ich unzählige Stunden damit verbracht. Ich kann mich dann in der Planung von Details wie beispielsweise eine Verzierung an der Münztasche verlieren. Blöd nur, wenn die geplante Stickerei dann extrem unsauber wird. Und dann anschließend die Rettungsidee mittels einer Öse daran zu scheitern droht, dass man die Öse falsch herum einsetzt. Öse Nummer zwei hat bis zum Ende der Fotosession gehalten. Jetzt prangt da ein großes Loch... Ich hab da aber schon eine Idee... Jetzt aber von Anfang an... ;-)
Eine erste Hürde war die Größenauswahl. Ich liege mit meinem Taillenmaß bei Größe 31, das Hüftmaß schwankt zwischen 28 und 29. Nach einer wunderbaren spontanen Beratung durch Dominique (Kreamino), Vivien (eleonore-creative) und Kathrin (Naadisnaa) war ich mir meiner Entscheidung Größe 29 zu nähen, etwas sicherer. Die Idee einer Probehose habe ich aus zeitlichen Gründen verworfen...
Die Birkin Flares ist für Frauen meiner Größe, die allerdings 10 cm Absätze tragen, konzipiert. Ich trage im Alltag nie hohe Schuhe und liebe die Kombination von Chucks und Schlaghose. Auch wenn das modisch wohl eindeutig garnicht geht (beweist auch mein Pinterest-Board zu Schlaghosen-Outfits), habe ich die Hose 10 cm gekürzt um sie mit flachen Schuhen tragen zu können. Das geht prima mittels den im Schnitt enthaltenen Markierungslinien.
Ein weiteres Problem tauchte bei der Stoffwahl auf. Mein geplanter Jeansstoff den ich bei Stoffe.de bestellt hatte, wurde einfach nicht geliefert. Trotz angegebener Versandzeit von 2 Tagen war das Paket auch nach 14 Tagen noch nicht versendet. Für mich schade und nicht nachvollziehbar, aber ich habe schweren Herzens den Vertrag widerrufen und mich im örtlichen Stoffgeschäft umgeschaut. 
Da hatte ich leider extrem schlechte Beratung. Die Verkäuferin konnte mir genau einen Stoff in ausreichender Menge anbieten, der 3% Elasthananteil hat. Ursprünglich wollte ich ja aus Angst, dass die Hose sich beim Tragen zu sehr weitet, nur 2% Elasthan wählen. Skeptisch bin ich außerdem, ob der Stoff wirklich aus 97% Baumwolle ist. Ich habe nämlich an mehreren Stellen den Stoff beim Bügeln, mit meinen Standardeinstellungen für Baumwolle, versengt... Zum Glück für Außenstehende nicht sichtbar, aber ich weiß es. Die kompetente Verkäuferin konnte mir auch keine Auskunft über das Gewicht des Stoffes liefern, das sei ja schließlich auch eine völlig nutzlose Angabe. Da habe ich dann schon garnichts mehr drauf erwidert... Mir erscheint der Jeansstoff allerdings recht dünn. Daher habe ich auch wie empfohlen den Saum verlängert. Meine Naht ist jetzt 2 cm von der Saumkante entfernt. So fällt der Schlag auch mit leichteren Stoffen schön.
Die Anleitung der Jeans ist sehr strukturiert und gut nachvollziehbar. Ein Punkt an dem ich dennoch ins Straucheln kam, war der Reißverschluss, bzw die Schrittnaht unterhalb des Reißverschlusses. Da war ich sehr unsicher, ob ich die richtige Nahtzugabe gewählt habe. Schlussendlich musste ich hier auftrennen, aber jetzt sitzt es. 
Zum Steppen der Ziernähte habe ich den Dreifach-Geradstich verwendet. Das lief meist problemlos, was ich sicher meiner guten Maschine zu verdanken habe! Bei den Rundungen, wie beispielsweise am Reißverschluss, wird der Stich allerdings leicht ungenau. Sollte ich tatsächlich irgendwann nochmal eine Jeans nähen, werde ich mich mit Jeansnähgarn versuchen.
Mein Snappap-Label habe ich spät in der Nacht aus "Fundstücken" gestaltet. Den Anker hatte ich schon vor längerer Zeit geplottet und einfach mit Dreifach-Geradstich festgenäht. Den Jeansrest habe ich übrigens erst als allerletztes an das Label genäht, als es schon an der Hose dran war. Meine Garnrolle hat genau auf den letzten Zentimetern zu sehr später Stunde ihr Ende errreicht. Den Unterfaden konnte ich leider auch nicht aufbrauchen als Oberfaden, dieser Rest reichte nicht mehr nach unten bis zur Nadel... Also ich sehe es jetzt einfach mal als gewolltest Designelement.... ;-P
Jetzt kommt das größte Problem an der Jeans. Sie sitzt seeeeeehr knapp. Also so richtig knapp. Auf den Bildern habe ich es so gut es möglich war versteckt. Aber die Nähte im Bereich der Taschen und der Passe schneiden deutlich ein. Ich konnte bisher noch keinen längeren Passformtest machen und weiß noch nicht wie gut der Stoff nachgibt. Mit einem locker fallenden Shirt kann ich die Hose sicher gut tragen. Aber wie alltagstauglich sie sein wird, bleibt abzuwarten.
Ich bin trotz all der kleineren und größeren Schwierigkeiten unglaublich froh, dass Marina den Sew Along gestartet hat und ich mich rangetraut habe. Das Projekt Jeans wäre für mich sonst wohl ewig "unerreichbar" geblieben. Allerdings bin ich wirklich vor allem zeitlich an meine Grenzen des Möglichen gekommen. Das Ergebnis ist sicher tragbar aber eben nicht perfekt. Ob eine weitere Jeans folgen wird, kann ich im Moment überhaupt noch nicht sagen.....
Aber ich werde mich einer für mich echt schweren Aufgabe stellen und auch mal versuchen nicht perfekt sein zu müssen! Klappt eh nicht immer.... Darum rumse ich heute auch erst an diesem Donnerstag Abend auf Platz 210 mit mäßigen Fotos aus dem heimischen Garten, die ich mit Selbstauslöser geknipst habe und zeige euch meine nicht ganz perfekte Jeans, einfach weil in meinem Leben 1.0 nicht immer alles perfekt läuft und ich es nicht früher geschafft habe!

Habt ihr auch so "Stolpersteine" die sich durch euer Leben ziehen?
Hach bevor ich zu emotional werde, mache ich Schluss und schaffe es hoffentlich in Zukunft auch mal einen Gang zurück zu schalten...

Eure Julia

P.S. Mit meiner Damen-Jeans aus Denim bin ich wieder bei 12lettersofhandmadefashion dabei, diesen Monat zu Gast bei Anja von Rapantinchen. Meine geplante Bluse Donna aus der La Maison Victor werde ich diesen Monat eher nicht mehr schaffen... Die Familie, der Sommer und das Leben 1.0 rufen.... :-)

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Schnitt: Birkin Flares von baste + gather in deutscher Übersetzung über Nähconnection
Stoff: Jeansstoff aus 97%Baumwolle und 3% Elasthan auf einem örtlichen Stoffgeschäft,
Reißverschluss 18cm, normales Nähgarn von Gütermann, Nieten von Prym alles im lokalen Stoffladen gekauft; einen Jeansknopf aus meinem Fundus (Ersatzknopf einer Kaufjeans), Rest eines geblümten Baumwollstoffes als Taschenfutter, Snappap von Snaply



Donnerstag, 14. Juli 2016

Ananas trifft Jumper - Stoff trifft Schnitt

Mein neuer Jumpsuit fällt ins Auge! Definitiv... Der bunte Stoff auf so großer Fläche getragen sticht heraus. Das ist nix um unauffällig durch die Straßen zu schlendern! ;-)
Den Stoff habe ich mir beim Erscheinen gleich bestellt. Ich bin ein echter Hamburger Liebe - Fan... Allerdings weiß ich inzwischen auch, dass ein bunter Stoff den richtigen Schnitt braucht, damit ich ihn auch trage. Ich habe schon zu viele Teile produziert, die ein trauriges Dasein als Schrankleichen fristen. Zum Teil genau aus dem Grund, dass ich den Stoff zwar toll finde, aber mich mit einem Kleidungsstück daraus nicht wohl fühle.
Deswegen lag mein Pineapplelada lange Zeit ohne Bestimmung im Regal. Es fehlte ja schließlich noch DER Schnitt. Ich hatte nämlich eine wunderbare, geradezu perfekte Verwendung für den schönen Stoff an einer Erwachsenen gesehen! Und zwar bei Susanne selbst... 
(Und für den unwahrscheinlichen Fall, dass du meine Zeilen liest, liebe Susanne: DANKE an dieser Stelle für deine Inspiration und deine traumhaften Stoffe!! <3) Sie zeigt hier ihren Velara-Overall aus Pineapplelada übrigens in einer traumhaften Kulisse. Der ging mir nicht mehr aus dem Kopf.... Aber eine genaue Kopie erstellen wäre ja doof. Darum brachte mich das auch nicht weiter...
Zu meinen Nähanfängen gehört neben Hamburger Liebe (Ich glaube Susannes Blog war einer der ersten die ich regelmäßig gelesen habe...) vor allem Pattydoo. Ina hat mir mit ihrem Blog eine ganz neue mir unbekannte Welt eröffnet! Vorher waren Schnittmuster für mich die Burda Papierschnitte die ich als Kind mit meiner Mama bei Karstadt durchgestöbert habe. Pattydoo war sowas wie meine Einstiegsdroge in die Nähwelt. Meine ersten eigenen Nähversuche waren nach Inas Videos und auch ihre Schnitte preislich angemessen. 

Als vor einiger Zeit mal wieder der Newsletter kam, ist mir der neue Schnitt Jumpsuit Joy sofort ins Auge gestochen. ZACK! Und da lag er, der Stoff! Kommt selten vor, dass ich einen Stoff kaufe ohne konkrete Nähpläne und dann auch noch gleich 1,50 m davon nehme. (Ich kaufe schon Stoff, den ich nicht gleich vernähe... Aber einen genauen Plan gibt es schon dazu. Meist ist es einfach die zeitliche Umsetzung die mir einen Strich durch die Rechnung macht... ;-) )
Hier hat also alles gepasst: Genug Stoff für den Schnitt vorhanden und endlich DEN Schnitt für DEN Stoff gefunden.
Ja und was bleibt mir da noch zu sagen?! Pattydoo Schnitte überzeugen mich durch ihre Passform und was ich einfach perfekt finde, ist die enthaltene Nahtzugabe. Ich bin da nämlich meist so Pi mal Daumen unterwegs. Schätze, dass hat mich schon öfter mal in die Irre geführt! Mit Inas Schnitten liegt man da also goldrichtig. Genäht habe ich Größe 40 ohne Änderungen. Es gibt lediglich ein paar kleine Details. Wer hier regelmäßig mitliest, weiß es geht nicht mehr ohne.....
So ein Jumpsuit braucht natürlich irgendeine gute Einstiegsmöglichkeit. Der Schnitt sieht verschiedene Möglichkeiten vor. Entweder einen Tropfenausschnitt am Rücken, eine Knopfleiste oder einen Reißverschluss. Ich habe mich hier für einen Reißverschluss entschieden. Leider ist weder im Video noch im Schnittmuster genauer erklärt, wie das mit Beleg und Ausschnittversäuberung bei einem Reißverschluss funktioniert. Das ist aber auch wirklich der einzige Kritikpunkt den ich habe.

Ich habe also selber versucht es sauber hinzubekommen. Meine Taktik hier, erstmal mit der Overlock drüber! JA wirklich, so nähe ich... War im Nachhinein nicht so schlau... Ich musste auftrennen (war zum Glück nur ein kurzes Stück, ich hatte schnell eingesehen, dass das so nicht schön wird!) und hatte ein Stück vom Reißverschluss abgeschnitten. Jetzt sitzt der leider oben ein bisschen schief... Aber mit dem kleinen Schutz drüber fällt das nicht mehr auf! ;-)
Ein weiteres Detail ist die Brusttasche. Ich kann ja irgendwie kaum noch ohne... Gibt den meisten schlichten Teilen einen besonderen Touch! Erst war der Plan die Tasche Ton in Ton zu machen, viel mir dann aber zu wenig auf. Zum Glück hatte ich noch farblich passenden Uni-Jersey im Schrank! 
Dazu habe ich ein bisschen mit dem Plotter gespielt und versucht eine Ananas, die zum Stoffdesign passt, zu bekommen. Mit dem Endergebnis bin ich jetzt eigentlich ganz zufrieden! Glitzerglitzerblingbling und so.... ;-P

Ich habe schon ein paar Mal gesehen, dass die Webkante eines Stoffes mit verarbeitet wird. Hat mir gefallen.... Seitdem schau ich mir die Webkanten immer genau an! Bei Pineapplelada gibt es genug Auswahl! Nachdem ich "Näh mit Liebe" in den unendlichen Abgründen meines Nähchaos verloren hatte, habe ich eben "Sew with love" genommen. Auf ein Stück Snappap genäht und in der Tasche "versteckt" - fertig! 
Der letzte Eyecatcher ist die kleine Ananas aus Snappap, die ich locker angenäht und dann mit einer Öse versehen habe.
Mein Jumper vereint für mich meine Nähliebe von ihren Anfängen bis heute... Und bei dem aktuellen Wetter sind die langen Hosen genau richtig! Ich bin gespannt auf die Reaktionen der Leute denen ich begegne... Ich wohne hier ja auf dem Dorf.... Bisher hatte ich den Jumpsuit nur für die Fotos an. Ich finde mein Mann und ich werden hier, wenn wir Zeit haben, ein eingespieltes Team! 
Der Bauer, auf dessen Feld wir die Fotos gemacht haben, fuhr vorbei und hat extra angehalten. Er wollte wohl nach dem Rechten sehen und schauen, dass niemand sein Stroh anzündet... Als er gesehen hat, was wir wirklich machen, verlies er uns mit den Worten: "Schöne Fotos von einer schönen Frau mit schöner Kulisse - dann ist alles klar!" Das hört man natürlich gerne! 
In diesem Sinne traue ich mich an diesem RUMS-Donnerstag einfach raus mit meinem neuen Ananas-Jumpsuit.... Wer den Beweis sehen will, schaut einfach mal auf Instagram vorbei, da gibts dann mein #outfitoftheday! ;-)
Hier noch ein Outtake zum Schluss.....

Lasst es krachen meine Lieben,

eure Julia

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Schnitt: Jumpsuit Joy von Pattydoo
Stoff: Jersey Pinneapplelada, Geschmacksrichtung Pinacolada von Hamburger Liebe über Dawanda (dort aktuell nicht mehr verfügbar), blauer Uni-Jersey vom Stoffmarkt, Snappap braun über Snaply, Plotterfolie über HappyFabric
Verlinkt bei: RUMS, Plotterliebe

Donnerstag, 7. Juli 2016

Eine Jeans-Short und ihre Folgen

Fast hätte es heue keinen RUMS-Beitrag gegeben...


Dabei habe ich meine Short die ich euch jetzt zeige, bereits letztes Jahr genäht.... Und dann nie getragen, weil sie mir viel zu weit geschnitten war...
Lange war sie eines meiner vielen UFO´s. Da ich den Stoff aber so mag, habe ich nochmal ein bisschen überlegt wie ich das ändern kann! Das war kein großes Problem. Ich trage meine Hose jetzt sehr gerne und sooft es das Wetter zulässt!


Das, was das Rumsen fast verhindert hätte, waren die Fotos am lebenden Objekt...
Manchmal ist einfach viel los im wirklichen Leben und das Bloggen kommt recht kurz. So sieht es aktuell bei mir aus. Ich habe viele offene Nähprojekte, allen voran meine Jeans! Daher gab es einfach keinen Zeitpunkt, an dem Wetter, freie Zeit, mein persönlicher Fotograf, meine Short und ich zusammengefunden haben. Bis gestern Abend spontan noch ein bisschen Licht im Garten war und ich Zeit hatte. Das die Short (zumindest auf den ersten Bildern) garnicht, später leidlich gebügelt war, nehme ich jetzt mal so hin. Was mich aber dann doch sehr entsetzt hat, war der Anblick meiner Beine.........


Ich gehöre nicht gerade zu der Sorte Mensch, die schnell Farbe bekommt. An den Beinen meist sowieso nur sehr langsam und dann auch eher weit im Süden als bei uns. Aber das sich da dann noch diverse Dellen, Besenreiser und Co ins Bild geschlichen haben, war in der Art doch nicht so gewollt!! Tja, aber was solls! Das ist das Leben und jetzt habe ich wenigstens die nötige Motivation mich wieder mal zum Sport aufzuraffen und nicht in jeder freien Minute hinter der Nähmaschine zu sitzen. ;-P


Und nun mehr zum Stein des Anstoßes, meiner Short Flora, besser gesagt meiner sehr abgewandelten Short Flora. Verwendet habe ich einen sehr leichten Jeansstoff mit einem total süßen Schleifenmotiv. Den habe mal auf dem Stoffmarkt gekauft und er passt eigentlich perfekt zu einer leichten Sommerhose.


Die Short Flora von Ina alias Pattydoo ist ein kostenloser Schnitt. Am Saum sind eigentlich Bogenkanten vorgesehen. Das konnte ich mir für meinen Stoff allerdings nicht vorstellen. Also habe ich einfach meinen kompletten vorhandenen Stoff in der Länge verwendet. Ich habe mich mit der Größenauswahl sehr schwer getan, da ich Angst hatte die Short wird zu eng und mein Stoff ist futsch.


Daher habe ich sehr großzügig bemessen, was dann eindeutig zu viel war. Der Schritt war mit etwas zu hoch und alles sah sehr aufgebauscht aus. Also habe ich oben ca. 4 cm in der Höhe weggenommen und dann den Gummibund angenäht. Statt dem vorgesehenen Bogensaum, habe ich den Stoff einfach zweimal nach außen umgeschlagen und abgesteppt. Aber irgendwie war da noch zu viel Stoff der ungünstig abgestanden ist... Daher wurde die Short auch eine totale Schrankleiche. 


Als die ersten wenigen warmen Tage in Sicht waren, habe ich sie mir nochmal vorgenommen und eine schnelle und effektive Lösung gefunden. Ich habe einfach in der vorderen Beinmitte auf jeder Seite einen Abnäher gesetzt. So bin ich echt zufrieden mit der Passform!

Gerade so konnte ich dann ein paar Fotos finden, die ich euch auch gerne zeigen möchte.
Damit bin ich doch noch auf den letzten Drücker mit meinem Post für RUMS fertig geworden und schau mal was es dort sonst noch so gibt....

Endlich sonnige Grüße

Eure Julia

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Schnitt: Shorts Flora von Pattydoo mit vielen Änderungen
Stoff: leichter Jeansstoff vom Stoffmarkt
Verlinkt bei: RUMS